Didaktische Anforderungen

Folgende Schwerpunkte ergeben sich aus dem IST-Zustand in Nigeria und müssen somit beim Erstellen der Lerninhalte berücksichtigt werden.

Naturwissenschaftliche Grundbildung

Da sich die Allgemeinbildung der Nigerianer in diesem Punkt stark von der deutschen Allgemeinbildung unterscheidet, beschäftigt sich das didaktische Konzept thematisch vorwiegend mit der „Naturwissenschaftliche Grundbildung“, im anglo-amerikanischen Sprachraum auch „Scientific Literacy“ genannt.
Jedem Modul sind entsprechende Quellen für Grundlagen sowie einfache Übungen zur Erlangung des naturwissenschaftlichen Grundwissens beizufügen.

Definition im Rahmen der Pisa-Studie

Für die PISA-Studie 2006, in welcher der Bereich Scientific Literacy den Erhebungsschwerpunkt bildete, wurde die Definition des Begriffs gegenüber PISA 2000 und PISA 2003 erweitert. Sie umfasst damit auch affektive Aspekte. Demnach beschreibt Scientific Literacy die Fähigkeit:

  • naturwissenschaftliches Wissen anzuwenden, um Fragestellungen zu erkennen, sich neues Wissen anzueignen, naturwissenschaftliche Phänomene zu beschreiben und aus Belegen Schlussfolgerungen zu ziehen,
  • die charakteristischen Eigenschaften der Naturwissenschaften als eine Form menschlichen Wissens und Forschens zu verstehen,
  • zu erkennen und sich darüber bewusst zu sein, wie Naturwissenschaften und Technik unsere materielle, intellektuelle und kulturelle Umwelt formen, sowie die Bereitschaft,
  • sich mit naturwissenschaftlichen Ideen und Themen zu beschäftigen und sich reflektierend mit ihnen auseinanderzusetzen.

Elektrotechnische Grundbildung

Im Hinblick auf die Ausbildung zur Elektrofachkraft konzentrieren sich die Themen auf den Bereich der Elektrotechnik. Die angehenden Fachkräfte lernen anhand von elektrischen Phänomenen Modelle zu bilden und Vorhersagen zu treffen. Diese Phänomene werden anhand von Versuchen, Experimenten und Lernbeispielen formalisiert und strukturiert.
Ziel des Konzeptes ist weder viele sehr spezielle Fachkenntnisse zu vermitteln, noch eine vollständige Grundbildung im Bereich der Elektrotechnik zu bieten. Vielmehr möchte das Konzept die Arbeit der BBP ergänzen, indem es die Defizite im Bereich der Allgemeinbildung ausgleicht und nur Inhalte vermittelt, die der Grundlagenausbildung dient oder die speziell in Nigeria erforderlichen Inhalte abdeckt.

 

Schwerpunkte

  • Das Experiment hat eine zentrale Bedeutung zum Erkenntnisgewinn.
  • Durch Abstraktion wird das naturwissenschaftliche Denken gefördert
  • Modularisierung der Inhalte zur leichten Integration in Bestehendes
  • Bezug zur existierenden industriellen Elektronik

 

Handlungskompetenzen

Folgende Schwerpunkte sind bei der Vermittlung der Kompetenzen zu beachten.

Methodenkompetenz

Methodenkompetenz steht durch den naturwissenschaftlichen Schwerpunkt im Zentrum des Konzeptes. Durch Experimente lernen die Auszubildenden eine strukturierte Herangehensweise an Phänomene der Elektrotechnik. Bestandteil ist außerdem die Auswertung, die Dokumentation und die Interpretation der Ergebnisse.

Fachkompetenz

Methodenkompetenz und Fachkompetenz bedienen sich gegenseitig. Die Auswahl der richtigen Methode ist ihrerseits Teil der Fachkompetenz. Bestehende Fachkompetenz wird in vielerlei Hinsicht durch die Experimente gestärkt und verfestigt. Die Arbeit mit Messgeräten bei den Versuchen ist ebenfalls der Fachkompetenz zuzuordnen.

Sozialkompetenz, Personalkompetenz

Diese Kompetenzen stehen weniger im Zentrum des Schulungskonzeptes. Da die kulturellen und sozialen Unterschiede zu Deutschland sehr groß sind, müssen diese Kompetenzen vor allem vor Ort von den Ausbildern vermittelt werden. Diese erhalten bereits innerhalb des BBP einen Lehrgang, der mit der Ausbilder-Eignungsprüfung in Deutschland vergleichbar ist. Die Sozialkompetenz ist in der Regel recht hoch. Die Auszubildenden sind sehr engagiert und helfen sich gegenseitig. Es bestehen keine Probleme mit der gemeinsamen Nutzung von Werkzeugen und Materialien.


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